S1000D

Die Spezifikation S1000D entstand Anfang der 1980er-Jahre im Europäischen Verband der Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie (ASD). Bis dahin nutzte jedes europäische Land eigene Spezifikationen für technische Dokumentation, was den Datenaustausch erschwerte. S1000D wurde auf Grundlage der ATA Spec 100 der Air Transport Association entwickelt.

Auf XML basierend, legt sie einen strukturierten Ansatz für das Erstellen, Verwalten und Veröffentlichen technischer Dokumentation fest. Heute wird sie in Luftfahrt, Raumfahrt, Schifffahrt, Automobilindustrie, Bahn und Fertigung eingesetzt und eignet sich besonders für komplexe Anlagen mit langen Lebenszyklen. Getragen wird sie von ASD, AIA und ATA unter Aufsicht des S1000D-Lenkungsausschusses.

Business Rules

Business Rules steuern die Einführung und sorgen für konsistente, vollständige Inhalte. Sie sind in 11 Bereiche gegliedert – von allgemeinen Regeln bis zur Konvertierung von Altdaten.

Datenmodule und CSDB

Inhalte werden als Datenmodule in einer Common Source Database (CSDB) gespeichert. Jedes Modul hat einen eindeutigen Code (DMC) und zwei Teile:

  • Identifikation und Status: Verwaltung in der CSDB, Anwendbarkeit, Qualitätssicherung und Abruf.
  • Inhalt: die Informationen, die der Nutzer zur Ausführung der Aufgabe oder zum Verständnis des Systems braucht.

Es gibt verschiedene Informationstypen: Beschreibung, Verfahren, Fehlersuche, illustrierter Ersatzteilkatalog, Verkabelung, Besatzung, Prozesse oder Austausch von Business Rules.

Vorteile der S1000D

  • Effizienz: vereinfacht Erstellung, Pflege und Veröffentlichung und senkt Kosten.
  • Wiederverwendung: Module werden wiederverwendet, was die Genauigkeit erhöht und Änderungen beschleunigt.
  • Interoperabilität: ein gemeinsamer Standard für den Datenaustausch zwischen Abteilungen und Unternehmen.
  • IETM: interaktive elektronische technische Handbücher für schnelleres Nachschlagen.